Athen 4.11.2019 – 09.11.2019 (Frau Kuhn und Frau Sonderhoff)
In einer dunklen, mit Regenwolken behangenen Nacht begannen zwei junge Damen ihren Weg in ein Abenteuer ins Land der Götter. Natürlich vollbepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen… In der lichtdurchfluteten Hauptstadt von Deutschland angekommen, war die Parkplatzsuche ganz unkompliziert. Im geisterstadtartigen Areal des BER, der in ferner Zukunft bei Fertigstellung sicherlich auch extraterrestrische Ankömmlinge willkommen heißt, vertraten sich die beiden Grazien ihre abwärts gerichteten Extremitäten bis zur Ankunft des Shuttlebusses. Begleitet von anderen müden, zombieartigen Menschen, die ausreichend flüssige Hefenahrung in den Händen hielten, chauffierte der nette, wortkarge Busfahrer die Anwesenden zum Start- und Landeplatz der großen, eisernen Vögel.
Eingeengt wie Sardinen in der Dose und dementsprechend im Bewegungsapparat eingerostet wurden die Reisenden nach gefühlten 12 Stunden über den Wolken von der Sonne und Wärme Griechenlands begrüßt. KALIMERA!!! Um die vorübergehende Bleibe zu erreichen, war es vonnöten sich in unterirdische, quietschende, lange Blechkonserven mit anderen wohlriechenden Individuen zu zwängen. Das durchaus gemütliche Gasthaus war nur unweit von der zukünftigen Weiterbildungseinrichtung und eingebettet zwischen zahlreichen kleinen Tavernen, Cafés und Geschäften zu finden. Der 35-minütige Fußweg zur Bildungseinrichtung entpuppte sich als 32-minütiger Umweg, den Frau Kuhn und Frau Sonderhoff souverän mit ausgeprägtem Orientierungssinn und unter Zuhilfenahme diverser kartografischer und technischer Hilfsmittel meisterten. So viel zum Thema „Mobilitätstraining“… Wie auch immer – viele Wege führen nach Rom oder eben nach Athen!
Die Woche begann mit einem unterhaltsamen, hochinteressanten Spaziergang durch die Altstadt Athens. Angeleitet von einer Geschichtsstudentin und in Begleitung der anderen zwei wissbegierigen Teilnehmerinnen aus Aserbaidschan verging der Tag wie im Fluge (Gruppenbild). Leider wurde auch die Bekanntschaft mit betrügerischen Rabauken gemacht, die mit schmeichelnden Worten und ihre Costa-fast-gar-nix-Masche unehrenhaft versuchten, einige Euronen einzustreichen.
Die Damengruppe vervollständigte sich am nächsten Tag mit dem Kennenlernen der liebenswerten Dozentin Foteini, die ebenfalls als Sonderschulpädagogin tätig war. Gemeinsam wurde viel erarbeitet, gestaunt, voneinander gelernt und vor allem jede Menge gelacht (Ein Hühnerstall ist ein Witz dagegen!). Trotz der Sprachbarriere verstanden sich alle super, notfalls auch mit Händen und Füßen oder Zeichnungen. Der hilfsbereite Herr Google war auch stets zur Stelle. Viele neue Informationen gab es zu Themen wie z.B. sonderpädagogische Unterstützungsbedarfe, das Unterrichten von Schülern mit ebendiesen Bedarfen oder Autismus oder anderen Lernbeeinträchtigungen. Weiterhin wurde sich darüber ausgetauscht, wie die Beschulung von Schülern mit Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Ländern durchgeführt wird. Außerdem wurden verschiedene Programme und andere hilfreiche Tools vorgestellt und ausprobiert. Zwischendurch gab es viele, viele Fragen, die gemeinsam erörtert und besprochen wurden. Aufgelockert wurde all jenes mit Partnerinterviews sowie Einzel- und Gruppenaufgaben, zudem konnte gemalt, vorgetragen, vorgespielt und geplant werden. Es war jeden Tag eine Freude an diesem Kurs teilzunehmen.
Die kulturelle Bildung kam natürlich auch nicht zu kurz, unter anderem konnten im Akropolis Museum mitunter Überreste einer vergangenen menschenähnlichen Zivilisation bestaunt werden. Die nur ca. 4 cm großen Lebewesen mit gelber Haut und halbrundgeformten Händen erschufen Bauwerke von unermesslichem Ausmaße (Bild). Faszinierend waren auch vor Ort anzuschauende Ausgrabungen wie beispielsweise menschliche, altertümliche Plumpsklos und die ausgeklügelte Kanalisationssystematik der Exkrementenbeseitigung. Selbstverständlich waren auch antike Artefakte, Skulpturen, Tongut u.a. ausgestellt (Bild). Frau Sonderhoff wuchs über sich hinaus, als sie den gläsernen Boden des Museums in luftiger Höhe betrat. Der Blick in die Tiefe über mehrere Stockwerke hinab ließ das Herz in die Hose sinken, der Schweiß triefte von der Stirn, die Knie zitterten. Die echte Akropolis mit dem Parthenon, dem Theater des Herodes, dem Tempel der Athene uvm. besuchten nur ganz wenige (etwa drölftausend) Menschen, sodass die beiden Protagonistinnen unbeschwerten Zugang und Ausblick genießen konnten (Bild). In wunderschönen Parkanlagen, kleinen Gassen und urgemütlichen Tavernen bewunderten die beiden Frauen exotische Tiere, farbenprächtige Blumen und Pflanzen, adrett gekleidete uniformierte Herren (Bild), Unikate der Handwerkskunst, kulinarische Geschmacksexplosionen und andere griechische Ergüsse.
Am Ende der Woche bewährte sich der unermüdliche Einsatz im Dienste des niedersächsischen Schuldienstes, der Wissendurst nach Neuem, das vermittelte umfangreiche Fachwissen sowie der Austausch und die Interaktion mit den anderen liebenswerten Teilnehmerinnen, sodass Frau Kuhn und Frau Sonderhoff stolz und mit Ehrfurcht die Früchte ihrer Arbeit ernteten und das mit Pauken und Trompeten überreichte Zertifikat in Empfang nahmen (Bilder). ANTIO!